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Cybermobbing

Cybermobbing - eine Definition

Mit den aus dem Englischen kommenden Begriffen Cyber-Mobbing, auch Internet-Mobbing, Cyber-Bullying sowie Cyber-Stalking werden verschiedene Formen der Diffamierung, Belästigung, Bedrängung und Nötigung anderer Menschen oder Firmen mit Hilfe elektronischer Kommunikationsmittel z.B. durch E-Mails, Instant Messenger wie beispielsweise ICQ, in sozialen Netzwerken, durch Videos auf Portalen oder per Handy (z.B. durch SMS oder lästige Anrufe) statt. Dazu gehört auch der Diebstahl von virtuellen Identitäten, um in fremden Namen Beleidigungen auszustoßen oder Geschäfte zu tätigen.  Oft handelt der Täter – den man "Bully" nennt – anonym, so dass das Opfer nicht weiß, von wem die Angriffe stammen.

Bei Cyber-Mobbing unter Kindern und Jugendlichen kennen Opfer und Täterinnen einander meist auch in der „realen“ Welt. Die Opfer haben fast immer einen Verdacht, wer hinter den Attacken stecken könnte. Cyber-Mobbing geht in der Regel von Personen aus dem eigenen Umfeld aus – der Schule, dem Wohnviertel, dem Dorf oder der ethnischen Community. Fälle, in die gänzlich Fremde involviert sind, sind wenig verbreitet. Heute sind bis zu 95 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren regelmäßig im Internet, dazu gehören mittlerweile auch verstärkt mobile Applikationen wie beispielweise Smartphones.

Mobbing ist an sich keine neue Erscheinung, aber Cyber-Mobbing unterscheidet sich in einigen Punkten vom „direkten“ Mobbing:

Cybermobbing kennt keine Uhrzeiten, diese enden nicht nach der Schule oder nach der Arbeit. Weil Cyber-Bullies rund um die Uhr stalken können, wird man oft noch zu Hause verfolgt. Oft werden ahnungslos Bilder und andere Medien in soziale Netzwerke gestellt, die nach einstellen nur noch schwer zu kontrollieren sind. Private Bilder können beispielweise ganz einfach von einem Portal in das andere kopiert und verbreitet werden, verändert sowie für pornographische Zwecke Missbraucht werden. Das Ausmaß gegenüber direktem realen Mobbings kennt also keine Grenzen und ist als die schlimmere Variante anzusehen. Jeder Inhalt ist zu jeder Zeit verfügbar und kann nicht in Vergessenheit geraten. Cyber-Bullies können anonym agieren, das heißt, das Opfer weiß nicht, mit wem es zu tun hat und wird dadurch noch mehr verunsichert. Cyber-Mobbing kann sowohl zwischen Gleichaltrigen (z.B. Freunden und Mitschülern) als auch zwischen unterschiedlichen Generationen (z.B. Schülern und Lehrern) stattfinden. Alter oder Aussehen spielen dabei keine Rolle, da der Cyber-Bully sich eine eigene Identität aufbauen kann, die in Wirklichkeit nicht selten ganz anders aussieht.

 

Rache Video - sheeplive.eu

 

Ausprägungen des Cyber-Mobbings (Gewalt im Web 2.0; Grimm, P./Rhein, S./Clausen-Muradian, E.; Hrsg: NLM, 2008):

Flaming (Beleidigung, Beschimpfung):

Findet in der Regel in öffentlichen Bereichen des Internets statt, z.B. mittels verletzender Kommentare oder vulgärer Pöbeleien

Harassment (Belästigung):

Zielgerichtete, immer wiederkehrende Attacken von gänzlich Unbekannten, Usern  in sozialen Netzwerken oder gar Bekannten aus dem realen sozialen Umfeld

Denigration (Anschwärzen, Gerüchte verbreiten): Beabsichtigtes Bloßstellen des Opfers durch das Onlinestellen oder direkte Versenden von Texten, Fotos/ Videos z.B. um Freundschaften zu zerstören oder um sich an der Ex-Freundin zu rächen

Impersonation (Auftreten unter falscher Identität): Sich als eine andere Person ausgeben, indem z.B. das Passwort des Opfers genutzt wird, um mit dessen vermeintlicher Identität einen Lehrer zu beschimpfen

Outing and Trickery (Bloßstellen und Betrügerei): Vorgabe vermeintlicher privater Kommunikation oder Verbreitung intimer Details bzw. peinlicher Aufnahmen, um z.B. den Ex-Partner bloßzustellen

Exclusion (Ausschluss): Ausgrenzung von jemandem aus einer Gruppe z.B. aus einer Instant-Messenger-Gruppe, dem Game-Bereich

Cyberstalking (fortwährende Belästigung und Verfolgung): Wiederholt jemanden (sexuell) belästigen und bedrohen

Cyberthreats (offene Androhung von Gewalt): Direkte oder indirekte Ankündigung, dass jemand verletzt oder gar getötet werden soll

Cybermobbing im schulischen Umfeld

Cybermobbing ist kein Problem, welches sich nur lokal beschränkt. Immer häufiger ist die Schule Schauplatz von Cybermobbing. Dies gilt für Schüler aber auch für Lehrer. Portale wie „Spickmich“ (spickmich ist die interaktive Schüler-Plattform zum Lehrer benoten) zeigen, wie leicht auch Lehrer in die Schussbahn gelangen können. Mögliche Formen von Cybermobbing treten auch unter der Lehrerschaft auf. Jedoch ist der Großteil der Mobbing-Opfer Schüler im Alter von 11 und 20 Jahren. Häufig ist zunächst nicht klar, wer der Angreifer aus dem Hinterhalt eigentlich ist. Wird der Schikane identifiziert, so bleiben meist Strafanzeigen aus, bzw. kein Schulverweis oder ähnliches. Es ist hier die Politik gefragt, diese Eindimensionale Vorgehensweise zu überdenken, wenn wir hier überhaupt von Vorgehensweise sprechen können zu überdenken und in Zukunft Cybermobbing verstärkt unter Strafe zu stellen. Laut einer Studie, haben Schüler nach schwerem Cybermobbing mehrfach an Selbsttötung gedacht oder gar umgesetzt. Die Täter blieben dabei meist ungestraft.

 

Ein Video zu Cybermobbing:

Sara, eine Schülerin, 18 Jahre spricht über Ihre Erfahrungen mit Cybermobbing

Quelle - Youtube

Da Cyber-Mobbing noch ein junges Phänomen ist, gibt es erst wenige wissenschaftliche Studien, die das Ausmaß des Problems beschreiben. Unbestritten ist, die Verlagerung des privaten Lebens von jugendlichen in das Internet und auf sozialen Netzwerken. 72 Prozent aller 12 bis 19 jährigen Jugendlichen nutzen täglich oder mehr Online Communities zum teilen Ihres privaten Lebens.

 

Funktionen von Cyber-Mobbing

Um Cyber-Mobbing besser verstehen zu können, lohnt ein Blick auf die vermeintlichen „Motive“, die Cybermobbing für die Täter haben kann:

Motiv: Entlastung:

Mobbing dient als Ventil für aufgestaute Aggressionen.

Motiv: Anerkennung:

Mobbing wird dazu verwendet, sich einen bestimmten Ruf zu verschaffen, z. B. besonders „cool“ zu sein.

Motiv: Stärkung des Gemeinschaftsgefühls:

Mobbing geschieht meist in der Gruppe nach dem Motto: „Gemeinsam sind wir stark“

Motiv: Demonstration von Macht:

Mobbing wird eingesetzt, um Stärke zu zeigen, um klar zu stellen, wer „das Sagen hat“

Motiv: Angst:

Oft spielen auch Versagensängste oder die Angst, selbst zu einem Mobbing-Opfer zu werden,

eine Rolle. Vor allem „Mitläufer“ wollen ihre Zugehörigkeit zur Gruppe nicht riskieren.

Motiv: Langeweile:

Cyber-Mobbing kann aus Langeweile entstehen, beispielsweise indem ein Foto eines Mitschülers in einer Online-Community negativ kommentiert wird. Daraus kann sich ein Streit entwickeln, der sich aufschaukelt und immer weitere Kreise zieht.

 

**** In diesem Zusammenhang sei einmal die Hackerdefinition erwähnt, die auch Ihre Motive kennt. Ein Zusammenhang ist hier klar erkennbar *****

 

Auslöser von Cybermobbing – Konflikt Entstehung

Anlässe und Auslöser für Cyber-Mobbing können vielfältig sein. Meistens stehen die Angriffe in Zusammenhang mit einer längeren Vorgeschichte und sind Ausdruck für gestörte Kommunikation und mangelnde Empathie.

Möglich Auslöser und deren Entstehung sind:

Interkulturelle Konflikte, Konflikte in der Klassengemeinschaft, Freundschaften verändern sich, Klassengemeinschaften verändern sich, Unerwünschte Veröffentlichung von persönlichen Informationen

Welche Möglichkeiten der Gegenwehr gibt es?

Jugendliche wissen häufig nicht, welchen Schaden sie mit einer veröffentlichten Bild- oder Video-Montage im Internet anrichten können oder welche Empfindung verletzende oder bedrohliche Nachrichten bei Betroffenen auslösen können. Für Sie ist es meist nur ein Spaß, der jedoch größere Ausmaße annehmen kann. Ein Patentrezept gibt es leider nicht. Aufklärung ist hier am wichtigsten. Es ist sinnvoll, den Schülern im Vorhinein zu vermitteln, welche Folgen dieses Handeln haben kann und dass Cyber-Mobbing ganz und gar nicht „angesagt“ ist. Hierbei sind präventive Maßnahmen gefragt, mit denen sich das ganze Kollegium und die ganze Schule, vielleicht in Form von Projekttagen, auseinander setzen sollten.

Es wird deutlich, dass die Schulleitung und Lehrer oft mit der Herausforderung des Cybermobbing überfordert sind. Deshalb wäre es sehr sinnvoll anzusehen, externe IT-Spezialisten mit den Themen der Materie zu übertragen, bzw. als beratende Funktion hinzuzuziehen, um über die Gefahren aufzuklären, beispielweise in Form einer Unterrichtsstunde pro Woche, die auch für Berufsschulen und auch für Grundschulen gelten sollte. Aber auch die Polizei sollte in die Präventivmaßnahmen mit einbezogen werden, um über mögliche Konsequenzen, die das Gesetz vorsieht zu involvieren.

Es ist weiterhin erforderlich eine Sensibilisierung wie auch beim Thema IT-Sicherheit in Form von Awareness Kampagnen zu vermitteln, um Konflikte zu lösen, bevor sie entstehen. Soweit sich neue Medien zur Konfliktlösung einsetzen lassen, ist es von Vorteil diese mit einzubeziehen.

Fazit:

Cybermobbing ist nicht neu, jedoch um einiges gefährlicher als das altbewährte Mobbing. Zum Teil werden schon 11 jährige Jugendliche Massiv über Internet, soziale Medien und über Handy bedroht, wie auch in den Klassenräumen und auf dem Schulhof. Dabei bleibt es meist nicht nur bei Verbalattacken wie Verunglimpfungen, Beschimpfungen oder Lügen. Cybermobbing ist deshalb ein ernstzunehmendes Problem, weil es die Betroffenen oft rund um die Uhr, sieben Tage die Woche verfolgt. Zwar ist Cybermobbing selbst kein Straftatbestand. Beleidigung, Bedrohung und die Verbreitung, bzw. Verfremdung von fremdem Bildmaterialen aber schon.

 

Verwendete Materialen:

LH-Zusatzmodul-Cyber-Mobbing / Klicksafe.de

Saferinternat.at

Videomaterial: Youtube, sheeplive.eu

 

Weitere Info Seiten

Cybermobbing ist kein Kinderspiel – BSI Bund

https://www.bsi.bund.de/ContentBSI/Presse/Pressemitteilungen/Presse2011/Cybermobbing_kein_Kinderspiel_08032011.html

 

Wikipedia.org

http://de.wikipedia.org/wiki/Cyber-Mobbing

Polizei Beratung

http://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gefahren-im-internet/cybermobbing/fakten.html

 

lehrer-online.de

http://www.lehrer-online.de/887364.php

 

Der Whitepaper zum Thema Cybermobbing im PDF Format können Sie hier erhalten.

 

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